Rotkäppli: Geschichte und Hintergrund

Die Geschichte

Mit einem Lied auf den Lippen und einem Korb voll Kuchen und Wein am Arm macht sich ein Mädchen mit einem roten Käppchen auf den Weg zur kranken Grossmutter. Im Wald begegnet es dem Wolf, über den viele Leute schlecht reden. Rotkäppchen ist fasziniert von ihm und kann nichts Schlechtes an ihm finden. Der Wolf ist nett und meint, die Grossmutter würde sich bestimmt über einen selbst gepflückten Blumenstrauss freuen. Schnell lässt sich das Mädchen überzeugen und vergisst die Ermahnung der Mutter, den Weg nicht zu verlassen. Das Abweichen vom Weg und von den guten Vorsätzen führt zu der bekannten Frage «Aber Grossmutter, warum hast du so grosse Ohren?»

Der Hintergrund

Die ersten handschriftlichen Aufzeichnungen des Volksmärchens Rotkäppchen hat Charles Perrault 1697 veröffentlicht. Erst 115 Jahre später, 1812, haben es die Gebrüder Grimm in ihre Sammlung der Kinder- und Hausmärchen aufgenommen. Die Geschichte von Rotkäppchen vermittelt eine der wichtigsten Warnungen von Eltern an ihre Kinder: «Sprich nicht mit Unbekannten und gehe nicht mit Fremden». Und sie zeigt, dass es sich lohnt, auf die Eltern zu hören.

Rotkäppchen ist ein fröhliches, aber etwas naives Mädchen. Es lässt sich durch nette Worte von seinem Vorhaben abbringen und vergisst das Versprechen, das es seiner Mutter gegeben hat. Dadurch gerät es in grosse Gefahr. Eine Situation, die längst nicht nur in Märchen vorkommt, sondern auch täglich in der realen Welt. Das Märchen geht gut aus, doch im realen Leben ist das leider nicht immer so.